Am vergangenen Donnerstag waren die für die Landtagswahl sechs aussichtsreichsten Kandidaten zu einer Podiumsdiskussion in das Gymnasium in Denzlingen eingeladen. Dort diskutierten die Kandidaten knappe zwei Stunden rund um die Themen Bildung, Wirtschaft, Energie und Migration. Auch unser Kandidat Rüdiger Tonojan nahm an der Debatte teil.
Eröffnet wurde die Diskussion mit dem Thema Klimaschutz und dabei mit besonderem Fokus auf die Frage der zukünftigen Energieerzeugung. Tonojan kennzeichnete einen aktiven und engagierten Klimaschutz als Hauptanliegen seiner Politik. „Eine starke Wirtschaft ist wichtig, bringt aber ohne eine intakte ökologische Grundlage nichts“, so Tonojan. Dass Baden-Württemberg seine im Umweltgesetz festgeschriebenen Ziele zur Reduktion der Treibhausemissionen im Jahr 2025 um 17 % verfehlen wird, hält Tonojan für problematisch. Daher befürworte er, wie auch für diesen Fall im Umweltgesetz vorgesehen, Sofortmaßnahmen. Dass die CDU-Fraktion sich gegen diese Sperre sperre, kritisierte er deutlich.
Ein Thema, bei dem die Kandidaten deutlich auseinanderlagen, war die Bildungspolitik. Während zwar alle Kandidaten die Wiedereinführung von G9 begrüßten, bestand ein Dissens bei der besten Ausgestaltung des Schulsystems. Während FDP und CDU das Konzept der Gemeinschaftsschule kritisch sehen, sahen die Kandidatin von der SPD und auch Rüdiger Tonojan darin eine Chance. „In der Gemeinschaftsschule können die Kinder individueller gefördert werden und selbst je nach ihren Stärken und Schwächen das Anforderungsniveau in den einzelnen Fächern gestalten“, so Tonojan. Außerdem brächte eine Aufteilung der Schüler nach der 8. Klasse statt nach der 4. Klasse mehr soziale Mobilität in die Schule.
Auf die Nachfrage eines Schülers aus dem Publikum, wie Investitionen in Bildung finanziert werden sollen, nannte Tonojan die Reformierung der Schuldenbremse als ein Mittel. Ihm sei bewusst, dass die Aufnahme von Schulden gut bedacht sein müsse, als Mittel für Investitionen in Bildung aber richtig. Denn Investitionen in Bildung würden einen langfristigen Mehrwert für Gesellschaft und Wirtschaft bringen und sich somit auszahlen. Eine Studie der „OECD“ bestätigt dies und zeigt, dass Netto-Rückflüsse, die durch besser ausgebildete Bürger entstehen, die Kosten für diese meist deutlich übersteigen.
Nach knapp zwei Stunden intensiver Debatte endete die Diskussion. Bei der anschließenden Umfrage, ob die Schüler*innen wählen gehen würden, bejahte dies ein Großteil dieser und gab an, dass die Diskussionsrunde ihnen bei ihrer Entscheidung helfen werde.