21.02.2026 – Vor-Ort-Termin von MdL Rüdiger Tonojan im modernisierten Wasserkraftwerk Kollnau

Fritz Eberlein erklärt den interessierten TeilnehmerInnen im ruhiger Umgebung wichtige Aspekte der Wasserkraft rechts die historische Dampfmaschine der KSW)
Fritz Eberlein erklärt den interessierten TeilnehmerInnen im ruhiger Umgebung wichtige Aspekte der Wasserkraft rechts die historische Dampfmaschine der KSW)

Am gestrigen Samstag trafen unser MdL Rüdiger Tonojan mit einigen Waldkircher Grünen den neuen Besitzer des Wasserkraftwerks Kollnau. Herr Eberlein betreibt bundesweit mehrere kleinerer und mittlere Wasserkraftwerke und ist in seinem Metier sehr erfahren. „Mein erstes Kraftwerk habe ich mit 24 erworben.“. Dass ihm die Wasserkraft am Herzen liegt, merkt man dem sympathischen Familienunternehmer sofort an. Aufgewachsen in einem alten Mühlenhaus im bayerischen hat er bereits seit Kindheit Kontakt mit dem Thema und sein beim Termin mit anwesender Sohn macht derzeit eine Ausbildung beim Gutacher Turbinenhersteller Volk AG. „Wasserkraft ist eine Generationensache.“, weiß Fritz Eberlein demnach zu berichten, allerdings sei es faszinierend: „die Turbinen laufen gigantisch lange“. Und man merkt ihm seine freudige Begeisterung dabei sofort an.

 

Fritz Eberlein erklärt die technischen Aspekte der neuen Restwassernutzung im neuen Turbinenhaus am Wehr

 

Dennoch, die Anlage in Kollnau finanziell kein Schnäppchen gewesen und man habe rund 2 Millionen zusätzliche Investition getätigt in die Fischtreppe, den Fischabgang sowie in die Sanierungsmaßnahmen am Kanal samt Ertüchtigung durch eine Restwasserturbine direkt am Linnerwehr. Davon werde am Ende eher sein Sohn profitieren, als er selbst. Aber die Anlage habe „einfach sehr gut in das Portfolio seiner Unternehmungen gepasst“. Gemeinsam mit einem Partner habe er die Anlage daher erworben. Die EEG-Einspeisevergütung von ca. 12 ct/Kwh, die als Differenzbetrag zu Tragen komme, wenn sein Strom am Markt unterhalb dieses Betrags verkauft werde, laufe auf 20 Jahre. Dies sei zwar Höher als bsp. bei PV, aber man müsse auch klar sehen, dass Wasserkraft über die Jahre eher teurer werde, anders als die anderen regenerativen Energieformen. Dies liege an der deutlich ungleichen industriellen Entwicklung bei der Technik und den relativ hohen und steigenden laufenden Kosten. Dafür habe die Wasserkraft den Vorteil der Grundlastfähigkeit, brachte Rüdiger Tonojan an de Stelle ein, was für unser Energiesystem ein erheblicher Vorteil sei.

 

Konzentriertes Gespräch um wichtige politische Feinheiten im Bereich regenerativer Energien zwischen MdL Tonojan und Unternehmer Eberlein

 

Im Folgenden lernten die Anwesenden viel über verschiedene Turbinenarten, der spezifischen Finanzierung bei Wasserkraft, die administrativen Hürden und politischen Rahmenbedingungen dieser regenerativen Energie, sowie den speziellen Bedingungen Vor Ort in Kollnau. Viel Lob verteilte Herr Eberlein, der sehr vertraut ist mit verschiedenen landesspezifischen Gesetzgebungen im Bund, für die gesetzgeberischen Grundlagen bei uns im Ländle. Und für die Zusammenarbeit mit dem Emmendinger Landratsamt kommt er fast ins Schwärmen. Man habe schnell und zuverlässig zusammengearbeitet und die Maßnahmen daher schnell und effektiv umsetzen können.

 

Konzentriertes Gespräch um wichtige politische Feinheiten im Bereich regenerativer Energien zwischen MdL Tonojan und Unternehmer Eberlein

 

Allerdings wusste er auch von Problemen zu berichten und hatte insofern mit unserem MdL Rüdiger Tonojan einen politischen Ansprechpartner, der spürbar tief in der Materie drin ist. Ein besonderer Punkt war hier die Thematik mit den System der sogenannten Ökopunkten, die Unternehmen bei Maßnahmen zur Aufwertung von Biotopen bekommen, und welche handelbar sind. Für ihn selbst, so Eberlein, seien diese Ökopunkte ein wichtiger Teil der Refinanzierung seiner Investitionen. Die 200.000 Euro Zuschuss vom Land seien zwar auch wesentlich, aber die Ökopunkte machten etwa das vierfache dabei aus. Problem sei, dass derzeit im Kreis kein Unternehmen diese Punkte nachfrage, wodurch die Finanzierung für sein Unternehmen deutlich schwieriger werde. Zwar sei auch her die gesetzliche Lage in BW besser als anderswo, allerdings wünschte er sich bspw. eine leichtere Kreisübergreifende Möglichkeit des Handels mit dieser ökologischen Währung. Diesbezüglich sagte unser MdL Tonojan Herrn Eberlein zu in Stuttgart diese Thematik zu verfolgen und im Gespräch zu bleiben.

 

Interessante histrorische Details der Anlage – man könnte meinen, es seien die Schalttafeln von social Media

 

Bei der Begehung der Anlage konnten die Teilnehmer sich im Folgenden die teilweise historischen und direkt daneben die modernen Teile der Anlage anschauen. Der grundsanierte, ca 350 Meter lange Zuleitungskanal vom Linnerwehr zum Wasserschlössle sei nun „absolut dicht“, freute sich der junge Herr Eberlein. Man habe einige Leckagen abdichten können. Und durch die Ertüchtigung mit der Restwasserturbine produziere man nun mit der Anlage nochmals bis zu 100 kw Strom mehr. Gleichzeitig habe die Elz neben der Fischdurchgängigkeit zusätzlich deutlich mehr Wasser im Bereich der Anlage zur Verfügung. Also mehr Strom bei deutlich mehr Wasser im alten Flusslauf – eine absolute Win-Win-Situation für Natur und Mensch.

 

Lebhafte Nachbesprechung im Lokal

 

Nach diesem Hochinformativen Gespräch gingen die TeilnehmerInnen noch zur Nachbesprechung mit MdL Tonojan in ein nahegelegenes Kollnauer Lokal und diskutierten lebhaft die vielen Eindrücke miteinander.