Rüdiger Tonojan beim DGB-Podium

Am vergangenen Donnerstag veranstaltete der DGB seine Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in der Steinhalle in Emmendingen. Bei seinem – bereits von der Bundestagswahl bekannten – Format „Wahlopoly“ ziehen die Kandidaten über einen Spielplan, der an den Klassiker Monopoly erinnert. Statt für Straßen stehen die Felder jedoch für Kategorien, aus denen jeweils eine Frage für den betreffenden Kandidaten gestellt wird. Daneben gibt es zwei Spezialfelder: Ein Feld ermöglicht es dem Publikum, eine Frage zu stellen, das andere ist an das klassische Gefängnis angelehnt. Wer auf dieses Feld kommt, muss eine Wissensfrage beantworten.

Mit seinem ersten Zug landete Herr Tonojan auf dem Feld der Kategorie „Kultur“, die folgende Frage mit sich brachte: „Welchen Stellenwert hat für Sie der ÖRR?“

Nun hatte Herr Tonojan – wie alle anderen Kandidaten bei ihren Fragen auch – eine Minute Zeit für eine Antwort, die wie folgt lautete: „Der ÖRR hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Er ist eine wichtige Informationsquelle, die unabhängige Berichterstattung ermöglicht. Das ist sehr wichtig für unsere Demokratie. Von Forderungen, ihn abzuschaffen, halte ich daher nichts.“

Im weiteren Verlauf des Spiels würfelte Herr Tonojan nur kleine Zahlen und kam auf dem Brett nur langsam voran. Fragen gab es trotzdem genug, zum Beispiel aus der Kategorie „Mobilität“: „Ist die Radinfrastruktur Ihrer Meinung nach ausreichend?“

Hierauf antwortete Herr Tonojan: „Nein. Man muss sagen, dass die Radinfrastruktur in Emmendingen nicht schlecht ist. Es gibt andere Landkreise, in denen sie deutlich schlechter ist. Ausreichend ist sie aber auch bei uns noch nicht. Es ist dabei nicht nötig, viele neue Radwege zu bauen und Flächen zu asphaltieren. Vor allem müssen wir bereits bestehende Straßen und Wege entsprechend als Radwege ausschildern und auf bestehenden Straßen Radwege integrieren.“

Mit seinem letzten Spielzug erreichte Herr Tonojan das Feld mit der Publikumsfrage. „Was wollen Sie in der nächsten Legislatur für den Klimaschutz tun?“, lautete die Frage eines Zuhörers.

Baden-Württemberg habe bereits das fortschrittlichste und ambitionierteste Klimaschutzgesetz Deutschlands und damit eines der besten der Welt. Dieses Klimaschutzgesetz sehe vor, dass bei einer Verfehlung der Einsparungsziele Sofortmaßnahmen ergriffen werden müssen. Dieser Fall sei in diesem Jahr auch eingetreten. Die CDU habe sich den Sofortmaßnahmen jedoch verweigert, da sie die Abweichung nicht für erheblich halte. Eine zentrale Maßnahme sei daher, im Klimaschutzgesetz klar zu definieren, wann die Ziele als verfehlt gelten und damit Sofortmaßnahmen nötig werden. So lautete die Antwort von Tonojan.

Nachdem alle Kandidaten das Spielfeld zweimal umrundet hatten, hatten die Zuhörer noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die von allen Kandidaten beantwortet wurden.

Herr Tonojan beantwortete die knapp zehn Fragen aus dem Publikum, bevor die Veranstaltung nach circa zwei Stunden endete.