Diskussionsveranstaltung „Populismus als Herausforderung der offenen Gesellschaft“

Der Ortsverband Denzlingen von Bündnis 90/Die Grünen hat am 2. Februar 2026 zu einer Diskussionsveranstaltung „Populismus als Herausforderung der offenen Gesellschaft“ ins Belvedere eingeladen.

Populistische Parolen sind laut, einfache Antworten oft verführerisch: genau darin liegt ihre Gefahr für eine offene Gesellschaft. Wie Demokratien mit diesen Herausforderungen umgehen können und warum sie zugleich verletzlich wie auch stark sind, stand im Mittelpunkt einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in Denzlingen. Unter dem Titel „Populismus als Herausforderung der offenen Gesellschaft“ hatte der Ortsverband Denzlingen von Bündnis 90/Die Grünen zusammen mit Rüdiger Tonojan, Landtagsabgeordnetem und grünem Direktkandidaten für den Landkreis Emmendingen, die Denzlinger Bürgerinnen und Bürger eingeladen um darüber zu diskutieren, wie demokratische Werte in Zeiten von Vereinfachung, Desinformation und wachsender Polarisierung verteidigt werden können.

Als Impulsgeber sprach Prof. Dr. Ulrich Eith, Politikwissenschaftler an der Universität Freiburg. In seinem Vortrag machte er deutlich, was Demokratie im Kern von gelenkten Machtsystemen bis hin zur Diktatur unterscheidet: Demokratie lebt vom Wettbewerb der Ideen, von Kompromissen und von Beteiligung. Entscheidungen brauchen Zeit, Aushandlung und oft Geduld. Diese Eigenschaften seien notwendig, werden aber nicht immer als Stärke empfunden.

Gerade darin liege jedoch auch ein Problem, so Eith. Demokratie könne Frust erzeugen, weil sie selten einfache oder schnelle Lösungen liefere. Wer sich nicht gehört fühlt oder Veränderungen als zu langsam erlebt, sei anfällig für populistische Versprechungen. Populisten werben mit Klarheit, einfachen Antworten und schnellen Schuldzuweisungen, oft auf Kosten von Fakten und Minderheitenrechten.

„Dieser Frust ist der Resonanzboden, auf dem populistische Politik gedeiht“, erklärte Eith. Die Herausforderung bestehe darin, demokratische Prozesse transparenter zu machen und Beteiligung ernsthaft zu ermöglichen, statt nur formell anzubieten.

Besonders aufmerksam verfolgten viele Zuhörerinnen und Zuhörer Eiths Ausführungen zur aktuellen Entwicklung in den USA. Dort lasse sich geradezu in Echtzeit beobachten, wie demokratische Institutionen schrittweise unter Druck geraten: durch die Infragestellung unabhängiger Gerichte, Angriffe auf Medien, die Relativierung von Wahlergebnissen und eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft. Autoritäre Tendenzen entstünden nicht über Nacht, warnte Eith, sondern oft durch einen schleichenden Umbau bestehender Strukturen.

Im anschließenden Gespräch mit Rüdiger Tonojan MdL, wurde der praktischen Umgang mit Fehlinformationen und vereinfachenden Erzählungen weiter vertieft. Viele Wortmeldungen aus dem Publikum kreisten um die Frage, wie man im Alltag, in den sozialen Medien, in Schulen populistischen Parolen begegnen kann, ohne Fronten zu verhärten.

Der Tenor des Abends: Eine wehrhafte Demokratie braucht Wissen, Dialog und den Mut, Widerspruch auszuhalten. Veranstaltungen wie diese, so die Organisatoren, sollen dazu beitragen, genau diesen Austausch vor Ort zu stärken:  mitten in Denzlingen, dort, wo Demokratie gelebt wird.