Pressemitteilung der Grünen Stadtratsfraktion – zu groß für Emmendingen

Passt der massive Baukörper aus Einkaufszentrum und Parkhaus zu Emmendingen?

Die aktuellen Planungen des Investors für das Kaufhaus Kraus habennicht mehr viel mit dem zu tun, was im Oktober 2014 dem Gemeinderat als Vorschlag vorgestellt wurde. Vor 3 Jahren legte die Stadtverwaltung einenAufstellungsbeschluss mit dem Ziel vor,das Kaufhaus Kraus wieder als Einkaufszentrum zu beleben, fasst Susanne Wienecke rückblickend zusammen. DerAbriss des leerstehenden Kaufhauses brachte der Projektentwickler ins Spiel. Innerhalb von drei Jahrenhat sich der Investor zum Kaufhaus Kraus auch das bestehendeParkhaus undden Zugriffauf rückwärtige Fläche entlang der Wehrle-Halle bis zum Marktplatz gesichert. Heute steht ein gravierender Eingriff in der von Fachwerkbauten geprägten Innenstadt bevor,der die Frage aufwirft, ob der massive Gebäudekomplex aus Einkaufsflächen und Parkhaus hierher passt. Der überdimensionierteParkaus-Neubau hat die Höhe der Hallen des Wehrle-Werks und nimmt die gesamte Länge derTheodor-Ludwig-Straße auf. Für den Zugang zum Parkhaus wird ein gebäudehoher Durchbruch der östlichen Marktplatzfront notwendig. Mit dem Großprojekt “Neuer Markt” ginge die einmaligeAnsicht des historischen Marktplatzes verloren. Wir Grüne haben uns auch deshalb gegen dieAufhebung der Gestaltungssatzung ausgesprochen.
Die Stadtverwaltung und der Investor sparen nicht mit Superlativen, um die sehr großen Betonbauten gegenüber der Bevölkerung schön zu reden. Die Begriffe“Frequenzbringer” und “Magnet” zeigen deutlich, wo sich die Kundenzukünftig aufhalten sollen. Über 9000 Quadratmeter Verkaufs- und Gewerbefläche müssen in Zukunft die gigantische Investitionssumme von 30-40 Mio. € verdienen (zum Vergleich: Merk-Galerie 7500 qm, 13 Mio. €). Wer, so fragen wir uns, geht von dort aus noch in die bestehenden Emmendinger Geschäfte, die den Charme unserer schönen Fußgängerzone ausmachen.
Ute Haarer-Jenne wünscht sich für ihre Fraktion, dass Investor und Stadtverwaltung der Bürgerschaft und dem Gemeinderat ein alternatives Konzept vorlegen, das sich an der Bestandsbebauung orientiert und sich in diese einfügt. Zudem sollen die Verkaufsflächen zu Gunsten von dringend benötigten Wohnflächen deutlich reduziert werden.Als nachhaltigere Lösung soll das bestehende, statisch intakte Parkhaus saniert statt abgerissen werden. Die Chance auf eine innovative innerstädtische Entwicklung, dieden Wasserlauf in das Stadtbild aktiv mit einbezieht, grüneStraßenräume schafftund soziale Quartiere gestaltet,hat Emmendingen jetzt. Wir solltendiese Chance nutzen. Ute-Haarer Jenne,Fraktionsvorsitzende

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