Pressemitteilung der Grünen Stadtratsfraktion – kindgerechte Räume

Kindgerechte Räume im „Neuen Markt“ (ehemals Kaufhaus Kraus)?
In den rückwärtigen Gebäuden des „Neuen Marktes“ ist geplant, eine Kindertagesstätte einzurichten. Viele Kinder verbringen inzwischen einen Großteil des Tages in Betreuungseinrichtungen, deshalb sind hier die Qualitätsstandards an eine gesunde Umgebung besonders hoch anzusetzen”, sagt Susanne Michiels für die Grünen.
Die im Gemeinderat vorgestellten Pläne des Investors haben sich die Grünen im Hinblick auf die Lage der Kindertagesstätte genauer angeschaut. Die Räume dieser geplanten KITA werden in einem engen Straßenzug liegen, direkt darüber ragt das dreigeschossige Parkhaus mit seinem schwingenden, metallenem Fassadenkleid. An der Nordseite wird der gesamte LKW-Zulieferverkehr direkt an der KITA vorbei fahren. Durch diese Fahrzeugbewegungen wird es zu erheblichen Lärm- und Abgasemissionen kommen.
Dieser, als Neuer Markt bezeichnete, NW-SO verlaufende Straßenzug ist nach Westen durch die Bebauung Theodor-Ludwig-Straße und Kaufhaus-Kraus abgeschirmt, es fehlt also eine Frischluftschneise. Die Aussicht der Kinder wird hin zur hektischen Geschäftsstraße und den Hinterhöfen der Gebäude Theodor-Ludwig-Straße gehen. Viel Sonne wird es in den Wintermonaten dort nicht geben.Um diese Trostlosigkeit zu kaschieren, wurde von Architekten in den Plänen ein schmaler Grünstreifen mit Kübelpflanzen gemalt. Es ist zu befürchten, dass dieser schon aus Sicherheitsgründen, da an viel belebter öffentlicher Verkehrsfläche gelegen, nicht genutzt werden kann. Frei- und Spielflächen fehlen völlig.
Zusätzlich zu den bestehenden Belastungen werden im rückwärtigen Gebäudeteil, direkt hinter der KITA, die für den Gebäudekomplex nötigen Transformatoren untergebracht. Transformatoren erzeugen nicht nur ein beständiges Brummen, sondern emittieren auch elektrische- und magnetische Felder.
Magnetfelder lassen sich nicht abschirmen. Selbstverständlich wird der vorgeschriebene Grenzwert eingehalten werden, beträgt dieser doch in Deutschland mit 100 Mikrotesla (µT) rund das tausendfache des üblicherweise in Haushalten gemessenen Wertes. Aber bei Kindern, die über längere Zeit einem Wert von 0,3-0,4 µT ausgesetzt werden, ist bereits ein statistisch signifikant höheres Leukämierisiko beobachtet worden (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz). In der Schweiz wurde deshalb aus Vorsorgeprinzip der Grenzwert bei sensiblen Gebäuden (Schulen u.ä.) auf 1 µT (Mikrotesla), also einem hundertstel des in Deutschland zulässigen Grenzwertes,
gesenkt. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz gibt zu bedenken, dass das Leukämierisiko für Kinder durch niederfrequente Magnetfelder sehr ernst genommen werden muss.
Unter Würdigung all dieser Umstände, so Fraktionssprecherin Ute Haarer-Jenne, halten wir Grüne es für unverantwortlich, Räumlichkeiten, die sich eher als Lager oder Abstellraum anbieten würden, für die Unterbringung von Kleinkindern zu nutzen.
Ute Haarer-Jenne, Fraktionsvorsitzende

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